Zum Hauptinhalt springen

Imkern im Fichtelgebirge

Granit, Fichtenwald, lange Winter und ein Frühling, der sich Zeit lässt: Das Fichtelgebirge ist kein einfaches Land für Bienen. Gerade deshalb schmeckt man ihm seinen Honig an. Hier erzähle ich, was diese Landschaft ausmacht und was sie für meine Völker bedeutet.

Ein Gebirge aus Granit

Das Fichtelgebirge legt sich wie ein Hufeisen um die Hochfläche rund um Wunsiedel. Sein Kern besteht aus Granit, einem der ältesten Gesteine Mitteleuropas. Überall tritt er zutage: in Felsburgen auf den Gipfeln, in Blockmeeren an den Hängen, im Felsenlabyrinth der Luisenburg.

Die höchsten Erhebungen, der Schneeberg mit rund 1.050 Metern und der Ochsenkopf, reichen über die Tausend-Meter-Marke. Dazwischen liegen Hochflächen, Moore, Wiesen und vor allem Wald, über weite Strecken Fichtenwald.

Wo vier Flüsse entspringen

Das Fichtelgebirge wurde früher als „Herzbrunnen Europas” bezeichnet. Aus seinen Hängen entspringen vier Flüsse, die in alle vier Himmelsrichtungen davonfließen: der Weiße Main nach Westen, die Saale nach Norden, die Eger nach Osten und die Naab nach Süden. Mitten durch das Gebirge verläuft die Europäische Hauptwasserscheide zwischen Nordsee und Schwarzem Meer.

Für meine Bienen heißt das ganz praktisch: Sauberes Wasser ist nie weit.

Rund 600 Meter: ein eigener Takt

Meine Lagen liegen auf rund 600 Metern Höhe. Hier kommt der Frühling meist zwei bis drei Wochen später als im Tiefland, und der Herbst früher. Die Winter sind lang, Nachtfröste reichen oft bis in den Mai.

Auch das Fichtelgebirge erlebt den Klimawandel: Die Winter werden milder, und die Tage mit geschlossener Schneedecke werden deutlich weniger. Ab etwa 500 Metern bildet sich aber bis heute immer wieder eine Schneedecke. Das raue Klima ist also kein Klischee, es ist der Rahmen, in dem meine Bienen ihr Jahr einteilen.